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Bürgerbefragung 11/2009

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GROSSE BÜRGERBEFRAGUNG 200
Analyse der Ergebnisse
Im Herbst 2009 wurde im Zuge des WABI-Projektes eine Bürgerbefragung im Stadtteil Halle-Neustadt durchgeführt. Die Ergebnisse der Auswertung liegen vor; an der schriftlichen und mündlichen Befragung nahmen insgesamt 647 Personen teil.

Die Themenkomplexe waren Fragen zur Lebensqualität, zur Entwicklung des Stadtteils aber auch nach Ideen für die Nutzung von Objekten bzw. Brachflächen sowie nach dem Interesse an Dienstleistungen und Wohnformen. Neben den Fragen zur Zufriedenheit wurden gleichzeitig statistische Daten erhoben. In den nächsten Absätzen werden Ihnen ausgewählte Ergebnisse der Befragung vorgestellt.

Am Anfang der Auswertung werden zunächst allgemeine statistische Daten genannt, bevor es im weiteren Verlauf konkrete Antworten auf die Frage der Zufriedenheit und der Interessen gibt. Die 647 befragten Personen verteilen sich zu 27 % in die nördliche, zu 35 % in die südliche und zu 38 % in die westliche Neustadt, dabei sind 64 % weiblichen und 36 % männlichen Geschlechts. Die meisten besitzen eine deutsche Staatsangehörigkeit (92 %), dazu kommen noch 3 % mit Migrationshintergrund. 5 % der Teilnehmer besitzen eine andere Staatsangehörigkeit.
Wenn man sich die Altersstruktur der Probanden näher anschaut, so stellt man fest, dass es vor allem ältere Personen unter den Befragten waren. 64 % der Befragten sind der Kategorie „50 plus“ zu zuordnen, während die anderen Altersgruppen mit jeweils ca. 10 % relativ gleichmäßig vertreten sind.
Betrachtet man als nächstes die Einkommensstruktur, so ist es kaum verwunderlich, dass die meisten bereits Rente oder Pension (48 %)beziehen bzw. sich im Vorruhestand (4 %) befinden. 22 % der Teilnehmer sind erwerbstätig und 14 % sind arbeitssuchend oder -los, dagegen befinden sich 10 % in einer Aus-, Um- oder Weiterbildung.
Der Großteil wohnt in einem Einzelhaushalt (35 %) oder in einem Haushalt mit zwei Personen ohne Kind (41 %), was im Alter der Befragten begründet ist. Die Wohnungsgenossenschaft GWG beherbergt dabei mit 35 % die meisten Probanden, während die anderen Genossenschaften 15-20 % der Teilnehmer beherbergen. 74 % von den Befragten leben bereits länger als 11 Jahre im Stadtteil, wobei sogar 59 % mehr als 20 Jahre in Halle-Neustadt wohnen. Eine dritte größere Gruppe (10 %) wohnt erst seit weniger als zwei Jahren hier.

Im weiteren Verlauf werden die konkreten Fragen zu den oben genannten Themenschwerpunkten beantwortet.
Als Pluspunkte und Potentiale der Neustadt sehen die Probanden vor allem die schönen und reichlichen Grünflächen sowie die sehr gute Verkehrsanbindung (jeweils 39 %). An dritter Stelle mit 38 % werden die guten Einkaufsmöglichkeiten genannt, weitere Pluspunkte sind die innerstädtische Erreichbarkeit (15 %), die Entwicklungsperspektiven des Stadtteils (10 %), die allgemeine positive Wertung (10 %) sowie die ärztliche Versorgung (9 %). Aber auch die nette Nachbarschaft bzw. das angenehme Wohnumfeld sind mit 5 % der Nennungen vertreten und somit ein weiterer wichtiger Pluspunkt Neustadts. Somit verfügt Halle-Neustadt über große Potentiale, die es zukünftig noch weiter zu festigen bzw. zu stärken gilt.
Dagegen wurden durch die Befragung auch Defizite aufgedeckt bzw. angesprochen, diese gilt es nun in der Zukunft zu bewältigen und abzubauen. Hauptkritikpunkt ist die mangelnde Sauberkeit (38 %) im Allgemeinen. Weitere Probleme sehen die Bürger in der fehlenden Sicherheit (16 %), aber auch die Tristesse des Plattenbaus (15 %) stört. Die Rattenplage und die fehlenden Freizeitmöglichkeiten bzw. -anlagen bemängeln jeweils 12 %. Die Bürger finden zudem die Hundehaufen (9 %) und Trinkerecken (7 %) im Stadtteil unangenehm. Trotz der relativ vielen Defizite sind sie doch recht einfach und schnell zu bewältigen, denn eigentlich kann jeder Einzelne dazu beitragen. So kann das Hauptproblem, die mangelnde Sauberkeit, damit einbegriffen die Hundehaufen, in Angriff genommen werden und zu einem gewissen Teil selbst abgebaut werden. Andere genannte Problemlagen, lassen sich freilich nicht so leicht beseitigen, da bedarf es größerer Anstrengungen, aber auch die sind im Rahmen des Möglichen.
Ein anderer Aspekt der Befragung war die Frage nach der Verbundenheit mit dem Stadtteil. 92 % fühlen sich mit Neustadt verbunden, wobei 52 % von Ihnen sich sehr verbunden fühlen. Diese Verbundenheit stellt einen klaren Pluspunkt für die Bewohner und somit für den Stadtteil dar.
Der Entwicklung des Stadtteils stehen die meisten der Probanden ebenfalls positiv gegenüber. Der Rollmops-Skatepark (67 %), der Tulpenbrunnen (78 %) sowie das Begrünen von Brachflächen (85 %) sind dabei die Bauvorhaben, die die größte Zufriedenheit und Zustimmung besitzen.
In dem nächsten Abschnitt der Umfrage konnten die Bürger Wünsche äußern, was aus bestimmten Objekten bzw. Flächen entstehen soll. Als oberstes Ziel sehen die Teilnehmer dabei die Errichtung von neuen Begegnungsstätten (31 %). Den Bau von Freizeitsportanlagen fordern bzw. wünschen 19 % der Befragten und 23 % wollen mehr Grünflächen. Aber auch eine intensiveren Ausbau von Spielplätzen (15 %) sowie dem gastronomischen und kulturellen Angebot (12 %) wünschen sich die Bürger. Dem Thema Abriss (12 %) und Sanierung (8 %) stehen die Befragten gespalten gegenüber.
Die Frage nach der Zufriedenheit mit dem Stadtteil beantwortete der Großteil, jeweils ca. 80 %, mit ja. Besonders die ÖPNV Anbindung wird gelobt, mit ihr sind 71 % sehr zufrieden. Dagegen kann man die Bewertung des Wohnumfeldes nicht so pauschalisieren. Während die infrastrukturellen Gegebenheiten (70 ? 96 %), wie Parkplatz, ärztliche Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten, als sehr gut bzw. gut bewertet wurden, besteht bei dem Spielplatzangebot (54 %) ein kleiner Nachholbedarf. Das gastronomische Angebot (50 %) wird als neutral bewertet. Negativ bewerten die Bürger das Freizeitangebot für Jugendliche (30 %)und die Generation 30-50 Jahre (29 %).
Darauf aufbauend wurden die Befragten gebeten zusagen, welche Freizeit- und Kulturangebote in der Neustadt ihrer Meinung nach fehlen. Die häufigste Nennung war der Wunsch nach Sport- und Kulturangeboten, mit jeweils 24 %. 22 % wünschen sich ein größeres gastronomisches Angebot und 18 % ein breiteres Freizeitangebot im Allgemeinen. Spielplätze benennen 16 % und Jugendtreffs 15 %.
Auf die Frage, welche Dienstleistungen im Stadtteil fehlen, bemängeln 50 % das eine Informationsstelle zur Vermittlung von Dienstleistungen fehlt. Aber auch das Fehlen von Räumlichkeiten für Familienfeiern etc. kritisieren 45 % der Befragten, 44 % fehlt eine Poststelle bzw. Paketannahmestelle. Weitere Aspekte sind fehlende soziale Dienstleistungen (37 %), ein Wäscheservice (34 %) und Gästewohnungen (33 %).
Abschließend wurden die Probanden nach veränderten Wohnformen befragt. Bei der Auswertung dieses Punktes kann man eine Zweiteilung feststellen, während „Betreutes Wohnen“ (65 %) und „Familienfreundliches Wohnen“ (71 %) auf Zustimmung treffen und die Bürger sich eine Veränderung in diese Richtung vorstellen können, lehnen sie größtenteils Wohngemeinschaften, Großraumwohnungen und Wohneigentum ab.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie bei der ?Stadtteilgenossenschaft Halle-Neustadt?, die diese Befragung organisiert und durchgeführt hat.

19. Oktober 2010

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